Erstes #12von12 im Mai 2016

Nach dem morgendlichen Trubel bei uns zu Hause, der in einer vierköpfigen Familie wohl unvermeidlich ist und bei dem nach einem entspannten „erstmal-Aufwachen-im-Garten-Bild“ (siehe Beitragsbild) unweigerlich vergessene Fahrradschlüssel, Vesperbrote und deren verschollene Brotdosen, sonstige Schulsachen samt eiligen Unterschriften, unterschiedliche Tagesabläufe, letzte-Minute-Fragen, Zeitunglesen und Kaffee zusammenkommen… war plötzlich Ruhe. Ich hatte einen dienstfreien Tag und blieb allein zu Hause zurück. Bei Kaffee 2.0 „onlinerte“ ich ein wenig auf Twitter herum und stieß auf die ersten #12von12-Bilder…

12von12 im Mai

„Ach, gute Gelegenheit zum Ausprobieren heute…“, dachte ich mir und ziemlich ohne Plan nahm ich dieses Vorhaben mit in meinen Tag. Kaffee 2.0 war mein allererstes Motiv für eines von 12 Bildern von heute. Über die Aktion, die sich an jedem zwölften jeden Monats wiederholt, habe ich schon oft und viel gelesen und vor allem viele tolle Einblicke erhalten… So soll es also heute auch von mir einmal einen kleinen Einblick in zwölf Bildern für den 12. dieses Monats Mai geben.

Ich hatte einiges vor heute… Einiges für mich tun neben dem ganz normalen Leben: eine kleine private und eine größere musikalische Recherche, Sport, nachmittags Kinder, abends eine Vertretung für eine längere Zeit erkrankte Leiterin bei einem Flötenkreis waren geplante Fixpunkte… ein ganz normaler dienstfreier Musikertag.

Vormittagsplan: In der SLUB (Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) in den vor einer Woche bestellten Nachlässen eines Komponisten und einer Malerin stöbern. Das hieß einmal durch die ganze Stadt, bei dem schönen Wetter wollte ich nicht mit dem Auto fahren (Parkplätze sind im Unigelände sowieso Mangelware) und ich sah es zudem kommen, Sport würde, wenn ich ihn nicht mit einplante, wie so oft hinten an stehen und evtl. ganz untergehen. Um zehn öffnete der Lesesaal, es blieb vorher also noch genug Zeit für die „Pflicht“. Das bedeutet, wie an jedem Tag (auch an dienstfreien) kurz die Finger an der Flöte zu „putzen“ (man könnte auch Techniktraining dazu sagen – Tonleitern querbeet hoch und runter) und sich musikalisch ein klein bisschen auf alles weitere einzustimmen… 2 von 12

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Danach schnell die Sachen für den Bibliotheksvormittag zusammengepackt und rauf auf´s Fahrrad. 3 von 12

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Ich wählte die schönste Route, war ja heute nicht in Eile. Das heißt, am Ende der Straße, auf der ich wohne, rein in den Wald und ziemlich weit im Stadtgebiet wieder hinaus. Dresden hat den Vorteil, dass ein sehr großes Waldgebiet, die Dresdner Heide, bis nah an die Dresdner Neustadt heranreicht. 4 von 12

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Bereits hier muss ich schon ein kleines bisschen anfangen zu schummeln, denn ich kann mich bei Bild 5 nicht nur für eines entscheiden. Sorry, ich verspreche, ich übe weiter. 😉 Erst bot sich mir der wunderschöne Blick vom Waldschlösschenplateau weit über die Stadt, dann fuhr ich ein kleines Stückchen Elberadweg durch die kleine blühende Allee am Rosengarten und zuletzt noch der Blick von der Carolabrücke auf die Elbe, die schon jetzt bedenklich wenig Wasser führt. Ich sah die ersten Touristen, die für eine Schifffahrt vor einem der Elbdampfer anstanden und sicher gleich ablegten. 5 von 12

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Pünktlich kurz vor zehn war ich dann vor dem Lesesaal der Musikabteilung in der SLUB  angekommen. Drei Stunden stöberte ich im bestellten Material, das für mich bereitlag. Da ich allerdings immer noch auf eine Genehmigung der Nachlassverwalterin warte, beschränkte sich auch heute alles auf ein „Vorortsichten“. Die Werke des Komponisten sind zu seinen Lebzeiten nicht gedruckt worden (bis auf wenige Ausnahmen). Der ganze Nachlass liegt nun in der SLUB, zum Teil noch unkategorisiert. Man kann ihn einsehen, aber ohne Zustimmung der Nachlassverwalterin gibt es keine Kopie davon, geschweige denn eine Aufführungsgenehmigung. Erst 70 Jahre nach dem Todestag ist das ohne Genehmigung möglich. Geduld ist gefragt, meine Begeisterung ist dennoch nicht zu bremsen. 😉 6 von 12

…dazu gibt es nun einen kleinen Nachsatz… siehe am Schluss des Blogbeitrags 🙂

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Um eins… Nach drei Stunden waren Leihzettel unterschrieben, Listen gefüllt, viele Noten besehen, lustige Liedtexte gelesen, Chroniken durchsucht, Digitalisierungsanträge ausgefüllt, Kopieanträge geschrieben… Bürokratie und schlummernde Musik, voll Vorfreude trotz stockender Kontaktaufnahme zur Nachlassverwalterin. Was ich sah, würde ich zu gern mit einigen Kollegen wieder einmal aufführen, aber Bürokratie erfordert Geduld. Die Recherche im Nachlass der Malerin hatte privaten Charakter. Ich habe gefunden, was ich suchte… :))

„…lieber mensen gehen!“ Der Hunger meldete sich, also kurz in der Cafeteria der SLUB zu einem Mittagessen nach Studentenmanier… sitzen und schauen, erinnern, Gesprächen lauschen,  zurückdenken an die eigene so abrupt zu Ende gegangene Studentenzeit, dankbar… 7 von 12

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Vom Unigelände aus ging es über die „Fahrrad-Autobahn“ wieder zur Elbe, auf dem Elberadweg nun ein Blick in die andere Richtung und schnell in den Wald hinein. Es ist schwül, es geht bergauf, kurze Trinkpause am Brücklein über den Eisenbornbach im Schotengrund, bevor ich das Doppel-E hinaufradele, vorbei an dem Baum mit den historischen Waldzeichen in der Dresdner Heide. 8 von 12

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12von12 im Mai-12

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Zu Hause. Geduscht, 27 Radl-km mit 280 Höhenmetern gehen doch als Sport durch, oder? ODER? 😉

… den ersten Erzählungen der Kinder gelauscht, der erste Gewitterschauer prasselt herunter (Garten wässern eingespart, puh..)… nun schreibe ich einen Brief an die Nachlassverwalterin des Komponisten und schicke eine ganze Liste mit Kopieanträgen mit. Hoffentlich erreicht sie der Brief, denn auch sie ist schon in hohem Alter, telefonisch hatte ich noch keinen Erfolg in den letzten Tagen… In einer Schauerpause schnell zum Briefkasten geflitzt und trocken wieder zurück… 9 von 12

12von12 im Mai-14

Mamapflichten, Mamafreuden… der Nachmittag nimmt seinen Lauf, immer ein Ohr an den Plänen der pubertierenden Kinder, überraschende Wendungen, schnelles Hin und Her zwischen Hausaufgaben, Büchern, Trampolin, Musik… die kleine Tochter am Klavier begleiten, noch ist´s einfach, mal sehen, wann ich mit „richtig Klavierüben“ anfangen muss… 😉  10 von 12

12von12 im Mai-15

Als letzter Fixpunkt steht die Vertretung bei der Flötengruppe an. Ein Auftritt will vorbereitet sein. Blockflöte kann auch viel Spaß machen, wenn alle begeistert dabei sind.  11 von 12

12von12 im Mai Gepäck

Gegen neun… ein paar Telefongespräche, um kommende Termine abzustimmen, die Familie kommt langsam zur Ruhe… ein erster Versuch, den Tag zu verbloggen, natürlich geht der erste Versuch zur Hälfte verloren, gerade in dem Moment funktioniert das Speichern mit den vielen Bildern nicht und ich bin zu blöd, den Text zu retten, alles futsch… da hilft nur noch ein Gang in den Garten… das Gänseblümchen war auch schon müde und ich denke mir: Morgen ist auch noch ein Tag!

12von12 im Mai abends

Nachsatz 28. Juni… Schon Anfang Juni erreichte mich ein Brief der Tochter des Komponisten, nachdem ich die Hoffnung fast aufgegeben hatte. Auch bei der GEMA kam ich in Bezug auf Aufführungsrechte nicht weiter. Heute nun telefonierten wir endlich miteinander. Für sie ist es selbstverständlich, dass Musiker die Werke ihres Vaters aufführen dürfen. Sie war sich gar nicht bewusst, dass Bibliotheken die Noten nicht einfach kopieren dürfen und zur Aufführung freigeben können. Das zeigt mir wieder einmal mehr, wie kompliziert Urheberrechte gehandhabt werden. Oft ist es so schwer, Hinterbliebene bzw. Nachlassverwalter und Musiker zusammenzubringen, viele Aufführungen werden dadurch verhindert. Ich bin glücklich, dass nun der Weg frei ist und werde an anderer Stelle weiter berichten.

2 Gedanken zu “Erstes #12von12 im Mai 2016

  1. Hach, schön das zu lesen und zu sehen.
    Sind ja für mich quasi Heimatbilder. (Obwohl ich mich natürlich nach 25 Jahren Wegsein gar nicht mehr so orientieren kann in der Stadt.)
    Die Morgen- und Nachmittagsszenen kommen mir sehr bekannt vor:)

    Gefällt 1 Person

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