Tschinnern, tschienern, schindern, schlittern war gestern, heute konnte man im Wald wieder laufen, ohne auszurutschen…

rutschiges2

Gestern war Tag der Muttersprache und auf Twitter tauchten den ganzen Tag über mundart- oder besser muttersprachliche Tweets unter #TagderMuttersprache auf. Es wurde getratscht, wie man eben so daherredet (und nicht selten hatte man Mühe, die Autokorrektur zu überlisten).

Bei einem Waldlauf, der eher ein Rutschen und Hangeln über glatte Wege war, dachte ich daher einmal mehr über die Vielfalt unserer Sprache nach. Wie weit gefächert ist doch der regionale Sprachgebrauch im deutschen Raum in den verschiedenen Dialekten. Ich gebe zu, sächsisch ist eher unbeliebt und man versucht (ich auch), außerhalb des wohlverstehenden und liebevoll sächselndem Familien- und Freundeskreises allzu starken Dialektgebrauch zu vermeiden. 😉

Dabei trägt doch die Sprache zur kulturellen Vielfalt Deutschlands bei. Schon im Sächsischen gibt es von Stadt zu Stadt große Unterschiede und je genauer man sich in der Gegend auskennt, umso mehr genießt man diese Feinheiten. Wird man in Leipzig schon schräg angesehen, wenn man als Dresdner „Nu“ statt „Ja“ sagt, sind es anderswo andere Nuancen wie z.Bsp. bei „tschinnern“ (eher aus dem Erzgebirgischen von meiner Mutter) und „tschienern“ (aus dem Vogtländischen von meiner Schwiegermutter). Mein Mann und ich können uns jedenfalls köstlich über die Kleinigkeiten unserer „Müttersprache“ amüsieren. Unsere Kinder hören oft etwas peinlich berührt zu, denn als Pubertierende versuchen sie sich gerade von allem zu distanzieren, was ihre Muttersprache ausmacht, bis sie es eines Tages vielleicht selbst lieb gewinnen. Schlimm wäre dann nur, wenn sie ihre Muttersprache nicht kennen würden, weil wir Eltern sie ihnen nicht weitergaben. Das ist wohl das Geheimnis einer jeden Muttersprache, oder?

In diesem Sinne ist es doch wünschenswert, immer weiter zu tschinnern, tschienern, schindern, schlittern… oder wie heißt das anderswo? 😉

 

Ein Gedanke zu “Rutschiges

  1. Juhu! Jetzt geht es auf meinem Blog auch langsam los… vielleicht magst du ja mal rüber gucken. Mein Unterrichtsraum ist so gut wie fertig- bald werden hoffentlich die ersten Schüler anklingeln. Hoffe ich! 🙂
    Muttersprache… hm, also Dialekt… ich bin manchmal etwas neidisch. Komme ich doch hier aus „Hochdeutschland“ (bei Hannover), wo man keinen Dialekt spricht. Vielleicht lerne ich deshalb so schwerfällig Fremdsprachen…

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s