Zuiderzeeroute

Sommerzeit, Ferienzeit, Zeit für eine große Atempause… wir waren als Familie unterwegs, diesmal per Rad in den Niederlanden auf der Zuiderzeeroute rings um das IJssel-/ Markermeer bzw. der alten Zuiderzee, einer Landschaft, die sich in den vergangenen Jahrhunderten so stark veränderte wie kaum eine andere. Ein paar Momente dieser Tour möchte ich für die Blogparade #Kulttrip von Tanja Pranke zusammenfassen.

Zuiderzeeroute - 5 Karten
Hier sieht man, wie sich das Gebiet um den Zuiderzee veränderte, welch riesige Flächen dem Wasser abgetrotzt wurden, die für die Versorgung der stark gewachsenen Bevölkerungszahl benötigt wurde.

Die Zuiderzee war bis 1932 ein Binnensee und zur Nordsee hin offen. Die Gezeiten und damit einhergehende Sturmfluten sorgten für „bewegte“ Zeiten in den Küstenorten, brachten Freude, aber auch Leid. Die Menschen bauten Dörfer und Städte, nutzten das Wasser und die damit entstehenden Handelswege. Deiche schützten die Ortschaften, aber sie hielten nicht immer stand, überspülten ganze Landstriche und nahmen Land weg. Wechselnde Zeiten ließen an anderen Stellen Häfen möglich werden oder auch wieder verlanden, einst reich gewordene Handelsstädte büßten ihre Handelshoheit durch das Versanden der Häfen ein, andere wiederum stiegen empor. Es war eine Kunst, das Wasser zu lenken und der Natur neues Land abzugewinnen, lange beschäftigten sich die Anwohner mit diversen lebensrettenden Deichbauten. 1932 wurde der Afsluitdijk (Abschlussdeich) angelegt (für die damalige Zeit eine sehr schwierige Arbeit). Dadurch wurde die niederländische Nordseeküste auf einen Schlag um 250km verkürzt und ein Binnensee, das IJsselmeer entstand. 1976 wurde noch ein zweiter Deich etwas weiter südlich gebaut und seither heißt der südliche Teil Markermeer. Die Zuiderzeeroute führt heute um das ehemalige Wassergebiet durch die historischen, einst oft sehr wohlhabenden Hafenstädtchen, die heute durch die Landgewinnung zum Teil weit im Inneren des Landes liegen, Wasserstraßen gibt es aber dennoch fast überall.

Zuiderzeeroute - Fahrräder
Unsere Verkehrsmittel… gut gewählt für intensives Erleben.

Wir wollten dieses Gebiet langsam erkunden, die Natur spüren und da wir keine Bootsbesitzer sind, wählten wir als Fortbewegungsmittel wie schon so oft unsere Fahrräder. Wir ließen unser Auto in Kampen, einer Stadt an der Mündung der IJssel, die früher eine wichtige Durchgangs- und Verbindungsstadt für den Seehandel Richtung Deutschland war, an einem bewachten Zeltplatzparkplatz stehen und traten in die Pedalen.

Zuiderzeeroute - DeckblattSchon das Aufpacken des umfangreichen Gepäcks mit Zelten und schmaler Campingküche  – aber wir mussten liebgewordene Dinge wie den Morgen-Espresso nicht vermissen 😉 – sorgte bei uns für eine Art von Gelassenheit, die sich auch schon bei früheren Touren sehr schnell einstellte. Das Treten in die Pedalen und das Dahingleiten ermöglicht langes Schauen und geruhsames Erkunden, willkommenes Abbremsen der alltäglichen Eile. Ankommen in der Langsamkeit, die nicht langweilig ist und ein Stehenbleiben jederzeit möglich macht… Das Wetter war bestens, vielleicht auch dank der Vorsichtsmaßnahmen der Einheimischen… 😉

Zuiderzeeroute - Regenschirme
Regenschirme über einer kleinen Gasse – vielleicht die beste Regenabwehrmethode hierzulande? Mir geht es jedenfalls so, dass es nicht regnet, sobald ich einen Schirm dabeihabe.

Die Route ist sehr gut ausgeschildert, je nachdem in welcher Richtung man sich bewegt. Wir wählten die im Uhrzeigersinn, weil der Wind oft günstiger stehen soll. Man folgt erst 21a, dann 22a und dann 23a (entgegen dem Uhrzeigersinn folgt man „b“. Wir staunten wieder einmal mehr über die hervorragende Radinfrastruktur in den niederländischen Ortschaften. Als Fahrradfahrer hat man sehr oft Vorrang vor den Autos bzw. der Verkehr wird ganz getrennt. So ist man mit Kindern einfach sehr entspannt unterwegs. Schon allein das ist eine Freude, wenn auch kein Kulturtip. 😉

Zuiderzeeroute- Elburg
Elburg – eine Stadt, die nach zwei Überschwemmungskatastrophen 1362 & 1367 an einen höheren Ort umgesiedelt wurde und dann mit einer Stadtmauer sternförmig angelegt wurde. 

Von Kampen aus fuhren wir an den Zuiderzeeresten, die heute Drontermeer, Veluwermeer und Gooimeer heißen hinter dem Flevopolder und vielen kleinen Städtchen vorbei.

Zuiderzeeroute - Bunschoten-Spakenburg
Bonschoten-Spakenburg, ein Fischerdorf bzw. zwei, die nun zusammengewachsen sind. Durch die Anlage des riesigen Flevopolders hatten die Fischer am meisten zu leiden. Sie mussten auf Süßwasserfischfang umstellen, da der Hafen vom Meer abgeschnitten wurde. Der alte Hafen ist heute zum Museumshafen umgestaltet, wo man viele antike Fischerboote sehen kann und der Geruch der Aalräuchereien um die Nase zieht.

Besondere Höhepunkte waren Elburg, Bonschoten-Spakenburg, das Muiderslot in Muiden. Im Muiderslot genossen wir das Lustwandeln im Garten und das Erobern jedes noch so kleinen Winkels der Burg und seines „Völkchens“. Es gab viel zu Entdecken und schon allein das wäre ein einzelner #Kulttrip wert.

Zuiderzeeroute - Muiderslot
Muiderslot. Heute ein Museum war es ursprünglich ein Schloss, das 1280 an der Mündung der Vechta erbaut wurde. Sein heutiges Aussehen verdankt es dem Schriftsteller P.C.Hooft, der im 17. Jhd. darin wohnte.
Zuiderzeeroute - Muiderslot-Gartenblume
Im großen Garten des Muiderslot kann man wunderbar „lustwandeln“.

Bereits nach drei Fahrradtagen waren wir in Amsterdam und tauschten Zelt und Radlerleben noch einmal gegen komfortables Hotelleben und Straßenbahn- bzw. Bootfahren ein (unseren Nachbarn waren einmal 3 von 5 Fahrrädern in Amsterdam geklaut worden, auch deshalb ließen wir unsere in der Hotelgarage stehen). Drei Tage blieben wir und erlebten wundervolle Sommertage und -abende in der Stadt neben einigen besonderen Höhepunkten wie dem Besuch des Van-Gogh-Museums. Auch das wäre ein #Kulttrip extra, ein ausführlicheres Eingehen auf diese faszinierende Stadt würde allerdings den Artikel sprengen, ein Bild muss deshalb reichen. 😉

Zuiderzeeroute - Amsterdam Gracht ruhig
Gracht in Amsterdam

So schön und auf seine Art entspannt der Stadtbesuch auch war, wir waren froh, dass wir nach dem turbulenten Stadtleben wieder ins ländliche Leben eintauchen durften. Da die Baugrundaufbereitung hierzulande noch immer sehr mühevoll ist, erfolgt der Übergang von Stadt zu Land sehr abrupt. Schnell ist man wieder inmitten von Kühen, Schafen, Gänsen, Grachten, Feldern, Deichen und Höfen verschwunden…

Zuiderzeeroute - Weide, Kühe, Strom
Weiden und Kühe so weit das Auge schaut, nur riesige Stromleitungen künden von einer großen Stadt ganz in der Nähe… am Rande von Amsterdam

Nun fuhren wir am „richtigen“ Meer entlang, zunächst am Markermeer. In den kleinen Dörfchen zeugten viele Bilder in den Dorfkneipen von den Folgen der verheerenden Sturmflutnacht im Januar 1916. Ein kleines Stückchen weiter im Zuiderzeemuseum in Enkhuizen sollten wir noch eindrucksvoller von den Folgen dieser Katastrophe erfahren, die viele Menschen damals völlig ahnungslos über Nacht ereilte, da man nicht wie heute vor derartigen Katastrophen warnen konnte.

Zuiderzeeroute - Markermeer plus Weg
Die Zuiderzeeroute am Markermeer – zum Teil liegen die Häuser niedriger als das Wasser, nur der Deich liegt dazwischen. 

Weiter ging es durch die beiden belebteren und früher reichen Hafenstädtchen Monnickendam und Volendam mit viel Touristenverkehr. Uns waren die kleinen, verschlafenen Straßen, Gassen und Grachten von Edam, dem Herkunftsort der gleichnamigen Käsesorte, die von hier aus als Tauschprodukt und Reiseproviant die Reise in alle Welt antrat und zu großer Berühmtheit gelangte, um einiges lieber.

Zuiderzeeroute - Volendam
Hafenpromenade in Volendam – viele Touristen und zahllose Andenkenläden.
Zuiderzeeroute - Edam
Die kleinen, beschaulichen Gassen und Grachten von Edam waren uns lieber. Von hier aus fand der Edamer Käse den Weg in alle Welt.
Zuiderzeeroute - Edam-2
…der Käse wird in Edam bis unter´s Dach gestapelt.

Weiter ging es am Markermeer entlang durch Hoorn, was im 17. Jhd. seine Blütezeit hatte und wir nur von Küstenseite her kennenlernten. Vorbei am Damm, der Markermeer von IJsselmeer trennt, fuhren wir nach Enkhuizen. Aus heutiger Sicht hätten wir dort einen ganzen Tag für das Zuiderzee-Museum einplanen sollen, denn es war umfangreicher (ein Binnenmuseum und ein Freilichtmuseum) als gedacht. Wir verbrachten fast den ganzen Tag im Freilichtmuseum und hätten gern noch weiter geschaut, denn alles war sehr liebevoll in Form eines alten Zuiderzeedorfes nachgebaut.

Zuiderzeeroute - Dorf
Im Zuiderzeemuseum in Enkhuizen ist im Freilandbereich ein ganzes Dorf mit historischer Substanz, die von anderer Stelle hierher transportiert wurde, liebevoll nachgebaut. Den Besuch sollte man auf keinen Fall versäumen und viel Zeit einplanen.

Viele historische Details konnte man sich anschauen und einige Schauhandwerker zeigten ihr Können. Der Tag zeigte sich wettermäßig typisch holländisch und überraschte uns mit vielen kleinen, aber heftigen Schauern, die in immer kürzerer Folge aufeinanderfolgten… Dennoch genossen wir den Museumsbesuch und auch das ist definitiv ein Extra-#Kulttrip wert.

Das Ende dieses Tages war dann so, wie es auf jeder Radtour mindestens einmal kommen muss: Fahren im Dauerregen mit Gegenwind. Zähnezusammenbeißen und aushalten, eine gute Schule für Groß und Klein. Mit einer kleinen Minztee- und Umziehpause in einem kleinen Café schafften wir aber auch das und gelangten zum nächsten Zeltplatz in Medemblik. Der Regen meinte es gut mit uns und machte am Abend und am Morgen eine Pause, in der wir trocken packen konnten.

Zuiderzeeroute - Minztee
Minztee mit Honig findet man in fast jedem Restaurant hierzulande auf der Karte und hilft über so manches Frösteln nach einem Niesel- oder Dauerregen. 😉

Nun stand eigentlich der Naturhöhepunkt auf der Landkarte an. Ziemlich gerade ging es durch endlos aneinander gereihte Felder und Wiesen (dem ersten Polder, der an der Zuiderzee kurz vor 1930 trockengelegt wurde), später nur noch durch Wiesen, dann durch Wald. Ein riesiges Vogelparadies, jedenfalls saßen auf den zahlreichen Wasserflächen viele Vögel und warteten auf das Ende des Regens, der (seit wir wieder auf dem Rad saßen) in unerbittlicher Art und Weise herunterschoss. Kein Ort zum Unterstellen war da und so radelten wir weiter, wir hätten gern länger verweilt, aber Nässe und aufkommendes Frösteln verhinderten das. Die Stimmung allerdings konnte das alles in keiner Weise trüben, im Gegenteil, wir quatschten und blödelten mehr herum als auf anderen Etappen. Bloß gut, dass uns niemand hörte… Ab und zu tauchten genauso nasse Gestalten am Horizont auf und wir rätselten, welche Segel diese Radler gesetzt hatten, denn man konnte jegliche Art von geblähten Regencapes sehen. Nass wurden an diesem Tag alle bis auf Haut und Knochen. Auch das gehört dazu… Wir entschlossen uns, an diesem Tag doch ein bisschen Luxus in Form eines festen Quartiers zu suchen. Das ist allerdings in kleinen Örtchen manchmal gar nicht so einfach. Zeltplätze gibt es meist sehr viele, aber wenn man bei Regenwetter eine Herberge sucht, sind die wenigen Zimmer oft schnell ausgebucht. Im strömenden Regen suchten wir in Den Oever und fanden nichts. Erst im benachbarten Oosterland fanden wir ein kleines Ferienhäuschen. (Kaum hatten wir übrigens den Schlüssel dazu in der Hand, hörte der Regen auf, die Wolken rissen auf und die Sonne kam heraus… es wurde noch ein sehr schöner Nachmittag) und wir sahen endlich die Nordsee.

Zuiderzeeroute - Nordsee
Die Deiche sind sehr hoch an der Nordsee und man kann die Kraft, die Wasser entwickeln kann, nur ahnen.

An diesem Punkt der Tour wollten wir uns entscheiden, ob wir über die vorgelagerten Inseln fahren würden, oder ob wir über den Afsluitdijk auf die andere Seite des IJsselmeeres fahren würden. Durch die Erfahrung des starken Regens am Vormittag  schlug das Pendel vor allem bei den Töchtern eher in Richtung der kürzeren Strecke über den Deich und so beschlossen wir, am nächsten Tag diese Strecke in Angriff zu nehmen. Erwähnen muss ich an dieser Stelle noch das hervorragende Abendessen im Fischrestaurant im Hafen von Den Oever. Wir aßen Scholle, die aus irgendeinem Grunde neben den hier fast unumgänglichen Frites mit Rhabarbermus und Apfelkompott serviert wurde. Es war köstlich und versöhnte uns vollends mit der regnerischen Fahrt.

Am folgenden Tag wurden wir mit Sonne und kräftigem Rückenwind beglückt und waren sehr, sehr dankbar dafür, diese Richtung gewählt zu haben, denn den entgegenkommenden Radlern standen die Strapazen ins Gesicht geschrieben. Wir überquerten in flotter Geschwindigkeit das Wunderwerk der Wassertechnik mit zahlreichen Schleusen an beiden Rändern, immer auf der einen Seite das IJsselmeer und auf der anderen Seite die Nordsee, die langsam von Ebbe zu Flut überging.

Zuiderzeeroute - Deichdenkmal
Cornelis Lely (1854-1929) hatte die Idee, die Zuiderzee teilweise trocken zu legen und durch einen Abschlussdeich das Hinterland für Sturmkatastrophen unanfälliger zu machen. Er hat den Damm nie gesehen, aber ein Denkmal wurde ihm darauf gesetzt und auch eine Stadt auf dem Flevopolder wurde nach ihm benannt – Lelystad. 

Auf der anderen Seite in Friesland warteten einige dunkle Wolken, die aber nur halbherzig tröpfelten, dafür eindrucksvolle Bilder ermöglichten. Wieder ging es an zahlreichen kleinen Hafenstädtchen mit zum teil sagenhaften Geschichten vorbei. Erwähnenswert im Streckenverlauf sind hier einige außergewöhnliche Erhebungen, 10, 6 und 2,5 Meter hoch. Für uns mittelgebirgsgewöhnten Flachlandindianern wird so etwas gern leicht belächelt, für die Friesländer ist das ein Berg. Wir nahmen´s hin und genossen die Aussicht, bevor wir den kleinen Schwung nutzten.

Zuiderzeeroute - Kliff
Aussicht vom Roode Klif – dem roten Kliff – Erhebung 10m ü.M., geformt in der vorletzten Eiszeit. In der Umgebung fand am 26.9.1345 die Schlacht bei Warns statt und ein Gedenkstein wurde gesetzt.
Zuiderzeeroute - Käsekühlschrank
An den Höfen konnte man sich mit allerlei Köstlichkeiten eindecken, die manchmal sogar gut gekühlt vor dem Eingang standen.

Bald erreichten wir Lemmer, einen größeren Fischerort, der heute allerdings fast ausschließlich von Ausflugsyachten besucht wird. Hier kann man noch einmal ausgiebig die vielen Ziehbrückenmechaniken bewundern, die an so einem schönen Tag, wie wir ihn erwischten, sehr oft bewegt wurden.

Unser nächster nächtlicher Stop war in Ossenzijl geplant. Wir fanden einen idyllisch gelegenen Zeltplatz, der sich allerdings bei genauerem Hinsehen als sehr (!) feucht entpuppte, denn die Wiese war mehr als nass und das kam nicht vom Regen, sondern vom moorigen Untergrund und den zahlreichen Wasserkanälen. Wer hier ein Boot zum Schlafen hatte, war eindeutig im Vorteil. Aber auch diese Nacht überstanden wir dank guter Ausrüstung halbwegs trocken und zum Glück konnten wir am Morgen noch vor dem Gewitterguss zusammenpacken und ein Dach zum Frühstücken suchen. Nur der geliebte Morgen-Kaffee fiel im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal ins Wasser. Wer wie wir mit Zelt und Fahrrad unterwegs ist, muss ja nicht unbedingt in diesem Teil der Tour eine Übernachtung einplanen. Der weitere Weg durch diesen Teil entlang der Kalenbergergracht und das Dörfchen Kalenberg erinnerte mich sehr an den gleich bei uns in der Heimat um die Ecke gelegenen Spreewald. Immer an der Gracht entlang, über zahllose kleine Brücklein, vorbei an niedlichen kleinen Bauernhäusern, oft die vielen Freizeit-Schiffer auf der Gracht grüßend überholend war es eine idyllische Fahrt durch dieses feuchte und oft moorige Gebiet.

Zuiderzeeroute - Kalenberggracht
Kalenberggracht – oft wähnten wir uns im heimatlichen Spreewald, denn das kleine Dörfchen Kalenberg hatte große Ähnlichkeit mit dieser Gegend.

Das letzte Stück Richtung Kampen ging oft neben einem alten Damm her, der aber schon lange keine Grenze mehr zur Zuiderzee bildet, schon lange wurde das Land trockengelegt, denn landwirtschaftliche Nutzfläche wurde für die wachsende Bevölkerung Anfang des 20. Jhd. dringend gebraucht. Früher, vor dem Dammbau waren hier sehr oft Überschwemmungen, da die Deiche den Gezeiten-Fluten nicht standhielten. Die vielen Seen zeugen noch heute davon. Vorbei an endlosen Feldern und nicht zählbaren Kühen, Ziegen, Schafen, Gänsen ect. strebten wir dem Ausgangspunkt und Endpunkt unserer Zuiderzeetour zu, Kampen. Die Kuh hing noch immer am Turm, warum auch immer.

Unser Auto fanden wir wohlbehalten wieder, eine Nacht zelteten wir noch und genossen das „Draußensein“. Am Abend ließen wir die Tour ausklingen, die wir schneller als erwartet „abgefahren“ hatten. Wir schrieben Kuriositäten in unser Tagebuch, so z.Bsp. über Fahrräder im Stall, komische Schilder, geschwindigkeitserhöhende Wetterbeobachtungen, markante und schöne, farbenfrohe Punkte der Tour und allerlei andere Anekdoten. Es war eine intensive Familienzeit, wir haben viel über Land und Leute gelernt, die Tour war abwechslungsreich, interessant und wer diese Art „kulturelle Landerkundung“ liebt, dem sei eine Nachahmung ans Herz gelegt. Für mich persönlich ist diese Art des Reisens die schönste, eine Gegend zu erkunden. Schnell genug, um vorwärtszukommen, aber langsam genug, um viel zu sehen.

Zuiderzeeroute - Panorama

5 Gedanken zu “Zuiderzeeroute

  1. Sooo toll – du hast uns ja schon mit Bildern auf Twitter für #KultTrip versorgt und die ließen bereits erahnen, dass ihr Tolles seht. Nässe macht bei solch einer Umgebung wohl wenig aus. Vielleicht habe ich es überlesen, aber wieviel Kilometer seid ihr insgesamt gefahren?

    Tolle, empfehlenswerte Strecke!
    Herzlich,
    Tanja

    Gefällt 1 Person

    1. Die Route umfasst insgesamt rund 400km ausgeschilderte Radwege und mit einigen Umwegen, die das Leben so braucht (Zeltplatz- & Nahrungssuche, Schilderüberseher… 😉 usw.) kamen wir auf reichlich 500km auf 12 Radeltage verteilt. Da es überall flach ist und auch der Wind meist unser Freund war, kein Problem. Wirklich empfehlenswert für jeden Radler.

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